Wir über uns
Als wir im Mai 1969 die Sparte Judo gründeten, war der Sportverein Blau-Weiß im gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont der Vorreiter in dieser Sportart. Nicht nur Pessimisten prophezeiten uns eine kurze Lebensdauer. Aus diesem Grund sind wir natürlich stolz, noch heute erfolgreich zu sein.
Gegründet wurde die Sparte am 9. Mai 1969 durch Hans-Jürgen Oppermann und Udo Hecht. Seit diesem Zeitpunkt war Udo Hecht ununterbrochen 41 Jahre als Trainer und Spartenleiter aktiv. Im Juni 2010 legte er sein Amt als Spartenleiter in jüngere Hände. Lutz Schneider wurde sein gewählter Nachfolger und Nils Hecht sein Stellvertreter.
Die erste Trainingsstätte fanden die Judokas im Saal der Gaststätte Bogshorn in Salzhemmendorf, der am Wochenende als Kino-Saal genutzt wurde. So musste vor dem Training die Bestuhlung zur Seite gestapelt und der Saal ausgefegt werden. Auf alten Turnmatten konnte dann das eigentliche Judo-Training beginnen. Anschließend mussten die Stühle wieder in Reihen für die nächste Kinovorstellung aufgestellt werden. Gelegentlich wurde auf einer richtigen Judomatte trainiert, die Hans-Jürgen jedes Mal von Hannover nach Salzhemmendorf und zurück transportierte. Erst gegen Ende des Gründungsjahres konnte sich die Sparte eine eigene 6 x 6 m Judomatte anschaffen. Weitere Trainingsstationen waren im Laufe der Jahre der Saal im Ratskeller Salzhemmendorf, die Aula der Grundschule Salzhemmendorf, sowie die Sporthalle Oldendorf. Seit 1980 ist die Sporthalle der Schule am Kanstein unsere Trainingsstätte. Heute stehen uns 250 qm Mattenfläche und zwei Trainingstage zur Verfügung.
Die ersten Kampferfahrungen wurden bei Freundschaftskämpfen gesammelt. Aber bereits im zweiten Jahr ihres Bestehens starteten blau-weiße Judoka bei offiziellen Meisterschaften und belegten gleich vordere Plätze.
In den folgenden Jahren konnten zahlreiche Titel und Platzierungen auf Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften errungen werden. Die höchsten Plat-zierungen erreichten Reinhard Loose und Markus Hofmann, die von den Norddeutschen Jugendmeisterschaften mit jeweils einem 3. Platz zurückkehrten, und Jörg Diekmann, der bei der Internationalen-Deutschen-Jugendmeisterschaft einen 5. Platz belegte. Die höchsten Meistertitel konnten Jörg Diekmann Landes-Schülermeister 1975, Reinhard Loose Landes-Jugendmeister 1979, Gerald Lönnecke Landes-Jugendmeister 1995 und Udo Hecht Landes-Katameister 1984, erringen. Unsere letzten großen Erfolge errangen Marcel Danisch und Christina Siever. In 2008 konnte Marcel sich bis zu den Norddeutschen Jugendmeisterschaften durchkämpfen und Christina wurde Kreis- und Bezirks-Jugendmeisterin. In 2009 wiederholte Christina Ihre guten Platzierungen auf Kreis- und Bezirksebene und krönte Ihre Erfolge mit einem 3. Platz auf der Landesmeisterschaft und einem 7. Platz bei den Norddeutschen Jugendmeisterschaften. Christina konnte im Jahr 2010 überraschender Weise auch in der höheren Altersklasse U17 ihre Erfolgsserie fortsetzen und errang neben der Kreis- und Bezirksmeisterschaft einen 3. Platz auf der Landesmeisterschaft und einen tollen 5. Platz bei den Norddeutschen Jugendmeisterschaften. Viele blau-weiße Judokas wurden auf Grund ihrer guten Leistungen in die Bezirks- und auch Landesauswahl berufen.
Besondere Höhepunkte im Trainingsbetrieb waren die Besuche prominenter Judo-Sportler. Unserer Einladung nach Salzhemmendorf folgten Klaus Glahn (Vize-Olympiasieger), Frank Wienecke (Olympiasieger), Frauke Eickhoff (Weltmeisterin), Dr. Anja von Rekowski (Vize-Weltmeisterin) und Ole Bischof (Olympiasieger). Sie zeigten ihr großartiges Können und vermittelten spezielle Techniken im Rahmen eines Lehrgangs. Alle blau-weißen Judokas waren begeistert und stolz auf die Autogramme.
Ein guter Leistungsstand entwickelte sich auch bei den Gürtelprüfungen, welche eine Überprüfung der technischen Fähigkeiten im Werdegang eines Judokas darstellen. Die Gürtelfarben weiß, weiß-gelb, gelb, gelb-orange, orange, orange-grün, grün, blau, braun und schwarz, dokumentieren dabei den jeweiligen Kenntnisstand. Durch Teilnahme an Prüfungen kann max. der 5. Dan (Meistergrad) erreicht werden. Die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Prüfungen betragen, je nach Alter des Prüflings und Höhe des angestrebten Gürtels, sechs Monate bis fünf Jahre. Die blau-weißen Sportler konnten in den 40 Jahren an die 2500 Gürtel erwerben. Einer der jüngsten Gelbgurte Norddeutschlands war Nils Hecht, er erwarb den gelben Gürtel mit vier Jahren, den orangen mit fünf und den grünen mit acht Jahren. Unser ältester Prüfungsteilnehmer war Harry Liedtke, er absolvierte seine Prüfung zum Grüngurt mit 59 Jahren. Unser höchster Gürtelträger ist mit dem 5. Dangrad Udo Hecht.
Erstmalig wurde im Jahr 2003 ein Anfängerkurs für Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren angeboten. Die Nachfrage war sehr groß und es musste die Teilnehmerzahl begrenzt werden. Das Trainingsprogramm wurde speziell auf diese Altersgruppe abgestimmt, d.h. Schwerpunkte der Ausbildung waren die spielerische Schulung der motorischen und koordinativen Fähigkeiten und Hinführung zu partnerschaftlichem Verhalten. Natürlich kamen auch die Judotechniken nicht zu kurz und wurden altersgemäß unterrichtet. Zwischenzeitlich sind Kurse für vier und fünf Jahre, sowie für sechs und sieben Jahre zur festen Einrichtung in unserem Verein geworden. Der Deutsche Judobund hat für diese Altersgruppe im Jahr 2005 ein gesondertes Trainingsprogramm entwickelt, das in unseren Stundenablauf integriert ist.
Heute trainieren in sechs Gruppen weibliche und männliche Judokas im Alter von vier Jahre bis ins Rentenalter. Betreut werden sie von drei lizenzierten Übungsleitern und zwei Übungsleiterassistenten.
Die vom Deutschen Judo-Bund eingeführten Breitensport-Angebote werden seit Jahren von unseren Sportlern regelmäßig wahrgenommen. Das Judo-Sportabzeichen für Jugendliche und Erwachsene ist Fitness-Programm und Fitness-Check in einem. Es sind Leistungen in den Bereichen Judo-Fitness, Kraftausdauer, Beweglichkeit/Gewandtheit und Judo-Kreativität zu erbringen. Das Judo-Sportabzeichen ist das offizielle Leistungsabzeichen des DJB. Die Schüler absolvieren die Judo-Safari. Ein Wettbewerb der besonderen Art, bei der nicht Judo im Vordergrund steht, sondern viel mehr die allgemeine Beweglichkeit und Kreativität.
Nicht nur auf der Judomatte finden sich unsere Sportler zusammen. Bei vielfältigen Veranstaltungen wie Schlittschuhlaufen, Boßeln, Karneval, Zeltlager, Fahrrad- und Kanutouren sind wir aktiv.
Unsere Mitgliederentwicklung stellte sich über die Jahre stets positiv dar. 1969 starteten wir mit 12 Sportlern.
Heute verzeichnen wir ca. 200 Judokas.